Vor ungefähr 5000 Jahren, so wird geschätzt, hat in Georgien der kultivierte Weinbau begonnen. Es wurden in verschiedenen Ortschaften über 4000 Jahre alte Werkzeuge, Weingefäße und Traubenkerne gefunden. Im Nationalmuseum in Tbilisi wird ein mit Silber überzogenes kurzes Stück Rebholz gezeigt. Es wird auf die Zeit 2500 v. Chr. datiert. Im westgeorgischen Staat Kolchis, so wird vermutet, wurde seit dem 6. Jahrhundert v. Chr. nicht nur Wein angebaut, sondern auch exportiert. Es gab wohl enge Verbindungen zu Griechenland und in das Perserreich
Traditionelle Weinherstellung Weinkultur und die Geheimnisse des Weinkelterns sind in Georgien durch Tausende von Jahren hindurch erhalten und praktiziert worden. Ein Zeugnis hierfür sind zwei spezielle georgische Verfahren der Weinherstellung, das imeretische und das kachetische Verfahren. Dem Dichter Alexander Puschkin (1799-1837) mundeten Weine nach diesen traditionellen Verfahren besser als Burgunder. Die Verarbeitung des Weins geschieht in den kleineren Betrieben nach alter Tradition. Die Weintrauben kommen nach dem Pflücken in einen Bottich (Marani). Ein oder mehrere Männer steigen in den Bottich und stampfen die Trauben mit ihren Füßen. Wenn die Trauben ausgepresst sind, wird der Saft (Matschari) stehen gelassen bis der Gärungsprozess einsetzt. Dann kommt der Saft in gläserne oder porzellane Gefäße, bis die Gärung abgeschlossen ist. Schließlich wird der Wein in Tongefäße (Kwewri) abgefüllt, die in die Erde eingelassen sind. Sie haben ein Fassungsvermögen zwischen 10 und 100 Litern. Verschlossen werden sie mit einem Stein, der mit Ton und Holzasche abgedichtet ist. Eine weitere Tradition richtet sich nach dem Lebenszyklus: Wenn ein Junge geboren wird, füllt man einen Kwewri mit jungem Wein. Jahre später, wenn der herangewachsene Mann eine Frau gefunden hat und heiratet, kredenzt man den Wein zu seiner Hochzeit
Weinkultur
Noch heute ist Wein als Bestandteil der Kultur in keinem transkaukasischen Land so weit verbreitet wie in Georgien. Hier haben selbst die Grabsteine der Nationalhelden die Form von Reben und Trauben. Wenn der Georgier Hochzeit feiert, sollte der Brautvater als Ausrichter einer traditionellen Hochzeit fünfhundert bis tausend Liter Wein bereithalten. Kartlis Deda (deutsch Mutter Georgiens) ist eine Monumentalstatue in der Hauptstadt Tiflis. Sie symbolisiert die Stadt Tiflis und hält eine Schale Wein für die Freunde in der linken Hand, ein Schwert gegen die Feinde in der rechten.
Rebsorten
Die Qualität georgischer Rotweine war in der ehemaligen Sowjetunion anerkannt. Etwa 60 bis 70 % der Gesamtrebfläche Georgiens sind mit roten Sorten bestockt. In Georgien sind Wildreben heute noch stark verbreitet. Dort ist die Vitis vinifera mit der Unterart silvestris noch wie vor vertreten. Es existieren mehrere Rebschulen, von denen sich die bekannteste in Sakar im Westen Georgiens befindet.
Herkunftsbezeichnungen Oft lassen die Namen der Weine auf die Herkunft schließen. Aber es werden auch verschiedene Schreibweisen verwendet. Bekannte Weine sind Achascheni (rot), Anaga (weiß), Chwantschkara (rot), Kachetinskoje (weiß), Kardanachi (weiß), Kindsmarauli (rot), Kwareli, Mukusani oder Mukuzani (rot), Napareuli (rot, weiß), Salchino (rot), Teliani (rot) und Zinandali oder auch Tsinandali (weiß).