Der Weinbau in Moldawien hat eine lange Tradition, ähnlich wie der in den Nachbarländern Rumänien und Ukraine (Krim). In Moldawien existieren günstige geologische und klimatische Voraussetzungen für den Weinbau. Der Anteil trockener Weine ist im Vergleich zu benachbarten Gebieten recht hoch und somit könnte der internationale Geschmack getroffen werden. Dennoch führen die Weine nach wie vor außerhalb der Region ein Schattendasein. Es werden international bekannte Rebsorten angebaut, aber die Qualität erreicht nicht immer die gewohnten Standards. Die Abgelegenheit der Region trägt nicht gerade zur Internationalisierung bei. Moldawien ist offizieller Mitgliedsstaat des Office International de la Vigne et du Vin und der zehntgrößte Weinproduzent der Welt
Geografie und Klima Moldawien ist ein fruchtbares Land im Süd-Osten Europas und liegt auf demselben Breitengrad wie das Burgund in Frankreich. ( 27 - 30 ° östliche Länge / 45 - 48 ° nördliche Breite). Die Fläche beträgt rund 33.800 Quadratkilometer. Das Land ist von sanften Hügeln und Tälern durchzogen. Der höchste Punkt liegt bei 429 m über dem Meeresspiegel
Rebsorten
Neben vielen autochthonen Rebsorten wie beispielsweise Saperavi, Rkatsiteli, Flori - Kagor, Kagor, Zamfira, Feteasca Albă, Fetească Muskatnaia und Fetească Regală sind auch überregionale Rebsorten weit verbreitet, wie beispielsweise Aligoté, Cabernet Sauvignon, Chardonnay, Malbec, Merlot und Müller-Thurgau. Daneben gibt es auch noch einen nennenswerten Anteil an Direktträgersorten der Gattung Vitis labrusca, wie zum Beispiel Isabella, Concord oder Lydia. 70 Prozent der Produktion entfällt auf zur Herstellung von Weißwein geeignete Traubensorten, 24 Prozent auf zur Herstellung von Rotwein geeignete Traubensorten und 6 Prozent auf Rebsorten für Verarbeitungswein. Der Anteil der Herkunft der Rebsorten liegt mittlerweile bei 70 Prozent aus typischen europäischen Rebsorten, 14 Prozent regionale kaukasische und 16 Prozent autochthonen Sorten.
Geschichte
Die Traubenproduktion hat in Moldawien eine sehr lange Geschichte. Der Weinbau in der Region zwischen der Nister und der Pruth begann vor etwa 5000 Jahren. Abdrücke von Rebenblättern (Vitis teutonica) wurden in der Nähe des Dorfes Naslavica im Norden Moldawiens gefunden. Hieraus konnte geschlossen werden, dass Reben in dieser Region schon vor 6 bis 25 Millionen Jahren unkultiviert vorkamen. In der Nähe des Dorfes Varvarovca wurden Traubenkerne gefunden, die in die Zeit um 2800 v. Chr. zu datieren sind. Ihre Größe lässt darauf schließen, dass Reben bereits zu dieser Zeit kultiviert wurden. Am Ende des 3. Jahrhunderts v. Chr. machten die Griechen die lokale Bevölkerung mit der Weinherstellung aus Trauben bekannt. Die Verarbeitung von Weintrauben war damals eine „Kernkompetenz“ der Griechen, die auch weitere Veredelungsprodukte einführten. Durch Kulturaustausch mit den Römern im benachbarten Dakien erhielt der Weinanbau in Moldawien um die Zeitenwende wiederum neue Impulse. Man machte große Fortschritte im Rebenanbau und in Önologie.
Internationale Erfolge
Viele Medaillen zeugen von der Kunst der moldauischen Weinerzeuger und ihren konstanten Leistungen. Prestigeträchtige Auszeichnungen kommen von internationalen Wettbewerben in Russland, Europa und Amerika, wie der „Chardonnay of the World“, der Bordeaux Weinwettbewerb, „Muscat of World“ (Frankreich) sowie weiteren internationalen Wettbewerben z. B. im Vereinigten Königreich oder Deutschland. Moldawiens Reputation als Weinland ruft das Interesse ausländischer Investoren hervor.